DIE KIRCHE SAN FRANCESCO

Die Gründung des Franziskanerklosters geht auf das Jahr 1229 zurück, als Antonio von Pauda als Schenkung Land in Locarno erhielt, um hier ein Kloster zu errichten.

Wahrscheinlich wurde eine erste Kirche bereits im Jahr 1230 eingeweiht, Dokumente jedoch belegen die feierliche Einweihung im Jahr 1316, die vom 16. bis 18. Januar gemäss Verordnung des Bischofs von Como drei Tage dauerte.

Den Auftrag für eienen Neubau der Kirche San Francesco im Jahr 1538 erhielt der Architekt Giovanni Beretta aus Brissago, welcher sich von der mittelalterlichen Kirche San Francesco Grande in Mailand (im 19.Jh. zerstört) inspirieren liess, damals Vorbild der ganzen franziskanischen Mailänder Provinz, die auch Locarno einschloss.

 

Der Neubau begann 1538 wobei Material des teilweise geschleiften Schlosses Visconti, des ehemaligen Hafens sowie des Turmes von San Vittore in Muralto verwendet wurde. Die Fassade zeigt romanischen Einfluss und spiegelt mit ihren Eck-und Mittellisenen die Dreiteilung des Innenraums wieder. Das hohe Mittelschiff ruht auf 5 monolithischen Säulenpaaren, hat drei laterale polygonale Apsiden und wird durch einen rechteckigen hohen Chor abgeschlossen.

Die Seitenkapellen mit Stuckdekorationen und Illusionsmalereien von Giuseppe Antonio Felice Orelli sind aus dem 17. und 18. Jh.
Die Kirche San Francesco war den noblen Locarnesen vorbehalten und zur Landvogtzeit Stätte der Eidablegung der Abgeordneten der 12 regierenden Orte. Im Zug der Säkularisierung erfolgte 1848 die Schliessung der Kirche bzw. deren Nutzung als Salzlager und somit ihr Verfall. Seit 1924 ist sie Kultstätte der deutschsprachigen Katholiken Locarnos.

Das ehemalige Kloster, heute kantonales Lehrerseminar, schliesst sich südlich an die Kirche und hat seine ursprüngliche Bauweise mit zwei Innenhöfen und eleganten Säulengängen beibehalten. Im früheren Refektorium, 1716 von Baltassare Orelli ganz mit Fresken bemalt, kann man die "Hochzeit zu Kanaa" und das "Abendmahl" bewundern, nebst allegorischen Darstellungen der Kardinalstugenden und an der Decke einer Glorie des Hl. Franz von Assisi.

   
   
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